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  • Szenen Regionen :: Berlin

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    Überleben in Berlin

    Hurra - wir haben den Sommer überlebt. Heiß war es. Viele Künstler haben trotzdem tapfer weiter gearbeitet. Und jetzt geht’s auf in die nächste Saison. Ein Ort geht leider in seine letzte und wird uns sicherlich fehlen.

    Das CORBO – die letzte Saison

    artbild_350_FENDEL_und_LisaIm September startet die Klein- kunstbühne CORBO in ihre sechste Saison. Seit September 2010 wird das Haus in Eigenregie und ohne Sub- ventionen von Yvonne Fendel und Lisa Zenner betrieben. Kurz vor der Sommerpause platzte eine schlechte Nachricht ins Haus: Ab Mitte 2016 ist Schluss in der Kiefholzstraße, da die Vermieter aus Hamburg dort lieber ein Café/Restaurant betreiben wollen. Das CORBO hat sich seit 2010 zu einem wichtigen Ort für das deutsche und französische Chanson entwickelt und sich auch in Frankreich einen Namen gemacht. Der Verlust für Berlin ist groß. Trotzdem findet auch dieses Jahr, und zum zwanzigsten Mal das Chansonfest Berlin statt und das Festival de la Chanson Française, das von Lisa Zenner initiiert seit 2012 im CORBO gefeiert wird. Am besten unterstützen kann man das CORBO, indem man hingeht und damit beweist, wie wichtig dieser Ort für Berlin ist.


    Sebastian Krämer -
    Kabarettist oder Musiker?

    artbild_250_SebastianKraemeIn seinen Shows vereint der Ostwestfale Sebastian Krämer normalerweise beide Talente. Bei seinem Auftritt im Heimathafen Neukölln Mitte September stellte er eindeutig das Musizieren in den Mittelpunkt.

    Am 9. Oktober erscheint Krämers neues Album „Lieder wider besseres Wissen“, das sich als „Chanson mit Abenteuerlust“ charakterisieren lässt. Im Heimathafen Neukölln stellte er die Stücke einmalig mit seiner Studio-Band „Die gelegentlich auftretenden Schwierigkeiten“ und weiteren musikalischen Gästen vor.

    "Romantische Studien im Selbstversuch" nennt er diese Lieder selbst: "ein Gegenprogramm zu Einsicht und Vernunft". Trotz eines kräftigen Schnupfens schaffte es Sebastian Krämer, das Publikum des Heimhafens über zweieinhalb Stunden in seinen Bann zu ziehen. Taschentücher wurden ihm vom Publikum gereicht.

    Während des gesamten Konzerts variieren die Musikrichtungen, krachen Dur und Moll aufeinander. Manchmal hebt das Saxofon oder die E-Gitarre der Band ab, dann wird es laut und teilweise schwer, Krämers eindringlicher und überraschender Lyrik zu folgen. Bleiben in diesen Momenten immer noch ausgefeilte und eingängige Melodien. Dann wieder schlägt er leise Töne an, nur vom Klavier, Klarinette oder Cello begleitet, und plötzlich ist es mucksmäuschenstill im Saal. Krämers subtil-boshafter Humor durchzieht das Programm wie feine Fäden, denen man sich nur schwer entziehen kann. Sogar in den Liedern für seine Kinder schleicht sich das unheimliche Element heran: Im Lied über den Woll-Schneemann beispielsweise, der im Zimmer seiner Tochter im Regal steht und ihr Angst macht, weil er nachts lebendig wird. Und – wird er das nicht auch wirklich? Aber - hat das vielleicht nicht auch mit ihren schalkhaften Brüdern zu tun? In einem Lied über Hitzefrei in der Schule erinnert er sich an sich als ein ernstes Kind. Und seiner Frau singt er dann „kein Liebeslied“, was ja dann doch eines war. Immer wieder hebt er sich heraus aus alltäglichen Beobachtungen in eine ihm eigene, von fabulierten Wesen bevölkerte Welt. Seinen Hit „Deutschlehrer“, der am Ende vom Publikum verlangt wird, singt er dann aber nicht mehr, denn das mit der Rechtschreibreform, das könne man jetzt echt nicht mehr bringen. Als vorletzte Zugabe gibt es dann aber noch den unheimlichen „Zackebuh“, der kommt und uns holt und mit uns durch die Wand geht und dann geht die Wand wieder zu… Jeder, der jetzt nicht gleich nach dem Konzert seine CD kaufe – und er werde jedem, der das nicht tue, tief in die Augen schauen – könne heute Nacht vom Zackebuh heimgesucht werden. Eins der schönsten Lieder des Abends singt Krämer dann ganz zum Schluss: „Weißt du noch, wie schön es war“ - Erinnerungen an einen Zirkusbesuch, ein Zirkus, der irgendwann einfach verschwunden ist, von dem nur noch ein heller Fleck auf dem Boden zeugt. Kleine, feine Melodie – melancholischer Ohrwurm. Übrigens: Die Schlange am Ausgang war dann sehr lang – Zackebuh sei Dank.

     

    Bleiben Sie nicht stehen

    artbild_280_Tilman_BirrWie man in Berlin zurecht kommt? Tilman Birr, mehrfach ausgezeichneter Kabarettist und Liedermacher, der gerade sein neues Buch »Satirisches Reisegepäck - Berlin« im Michael-Müller-Verlag herausgegeben hat, weiß es: »Es ist eigentlich gar nicht so schlimm hier, sofern man ein paar einfache Regeln befolgt: Fragen Sie nicht nach dem Weg. Bleiben Sie nicht stehen. Bieten Sie niemandem Ihre Hilfe an«.

    Tilman Birr führt nach dem Erfolg seines Bestsellers »On se left you see se Siegessäule – Erlebnisse eines Stadtbilderklärers« durch versteckte Orte und Mentalitäten der Hauptstadt und ihrer (Kiez)Bewohner. Es geht um Kreuzberger Parallelgesellschaften, Stadtteilpatriotismus und Ausflüge in die Berliner Küche. Daneben gibt es endlich eine einfache Erklärung wie das „Gentrifidingsbums“ in Berlin eigentlich funktioniert. Der „Reiseführer“ ist Auftakt einer neuen Reihe des Michael-Müller-Verlages.

    Aber Birr schreibt nicht nur, sondern tritt weiterhin auf. „Holz und Vorurteil“ ist sein drittes Bühnenprogramm. Im Mehringhof-Theater präsentierte er seine abwechslungsreiche Mischung aus gesprochenen Nummern, gelesenen Texten und Musik.  Der Mann kann Gitarre spielen und singen und mit seinem pointierten Wortwitz reißt er das Publikum mit in immer neue Einblicke in unsere Gesellschaft. Tilman Birr ist Jahrgang 1980 und hat seine Karriere auf Poetry Slams und bei Lesebühnen begonnen. In Frankfurt am Main betreibt er mit Severin Groebner und Elis die „Lesebühne Ihres Vertrauens“.

     

    Französisch macht müde

    artbild_250_Kaiser___PlainZiemlich heiß wurde es im BKA-Theater, als Virginia Plain (Gesang) und David Kaiser (Klavier und Gesang) ihr erstes Musik-Kabarett/Chanson-Pro- gramm »Denk' ich, sag' ich nicht« vorstellten. Das Motto des Programms kann ja bekannterweise eine Liebes-Beziehung vor so einigen Katastrophen retten. Bei Kaiser und Plain geht aber doch meistens alles schief. Stimmgewaltig besingt die üppige und aus- drucksstarke Plain Liebe, Eifersucht und Enttäu- schungen. Ihre erschlaffende Verliebtheit in Paris beispielsweise, als sich erste Blasen an den Füßen einstellen und das Französische sie nur noch müde macht: "Verzeih, wenn ich gähne". David Kaiser begleitet seine Partnerin musikalisch gekonnt und diskret, wirft ihr nur ab und zu ein paar gemeine Bemerkungen hinüber. Neben einigen Liedern von Susanne Betancor, den Missfits, Weber/Beckmann, Malediva oder Rainer Bielfeldt hat er eigene fürs Programm komponiert.


    In den Ruinen von Berlin

    Nach Recherche im Filmmuseum am Potsdamer Platz präsentierte der Berliner Autor Alexander Katt in seinem Theaterstück „MARLENE 1945- In den Ruinen von Berlin“ bisher unbekannte private Momente der Diva der Monate März bis November 1945 erstmals im Theater O-TonArt. Wie Marlene – während des Krieges Mitglied der US-Army - 1945 nach Berlin reiste, dort auftrat und ihre verloren geglaubte Mutter traf, das hat Katt kurzweilig inszeniert. Da „die Dietrich“ als Captain der „USO Camp Show“ –Truppe unterwegs war, bieten sich im Stück unter der musikalischen Leitung von Florian Ludewig immer wieder Momente für Songs aus Marlenes  internationalen Repertoire. Weitere Aufführungen im Oktober und Dezember im Theater O-Ton-Art in Berlin-Schöneberg.

     

    5 Jahre „Chanson des Monats“ mit Thomas Pigor

    Im Oktober 2015 feiert ein einzigartiges Radioprojekt sein Jubiläum. Thomas Pigor wird sein sechzigstes Chanson des Monats produzieren: Fünf Jahre jeden Monat ein Chanson zu einem aktuellen Thema. Häufig politisch, kabarettistisch zuweilen auch saisonal, Pigor hat eine breite Palette an Themen zu bieten. Vom melancholischen Edmund Stoiber im Brüsseler November 2010, bis zum „Welcome To Germany“ zur Flüchtlingsproblematik im September 2015, Pigor entwickelt einen eigenen  satirischen  Blick  auf  die  Welt,  manchmal  böse,  manchmal  grüblerisch, manchmal  schmunzelnd.  Pigor ist beim „Chanson des Monats“ sowohl Texter, als auch Komponist, Sänger, Instrumentalist und Toningenieur. Gesendet wird das Chanson des Monats regelmäßig auf SWR 2 am Morgen - Deutschlandfunk Corso.

     

    „Europe in Harmony“

    artbild_350_delta_QWährend das politische Europa zur Zeit mühsam um Harmonie ringt, ist der musikalische Kontinent schon einen Schritt weiter. Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss, ein Nebenorgan der Europäischen Union, hat mit dem Video- und Gesangswettbewerb Europe in Harmony einen künstlerischen Kontrapunkt gesetzt. Sieger des Wettbewerbs ist die A Cappella Gruppe Delta Q aus Berlin.

    Jung und Alt, Jazz, Rap und Klassik - verschiedene Gruppen aus den entlegensten Gegenden Europas reichten ihre Version der Ode an die Freude ein. Der prämierte Videoclip von Delta Q ist eine musikalische Reise rund um die Welt, präsentiert unterschiedliche Musikstile, von Reggae, über Jazz bis hin zur Klassik.


    Video: SiegerVideo - Delta Q
    
    
    

    :VideoClip


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    Ausgewählte Termine: Berlin
     

     

    Redaktion: Katrin Schielke


    Bildnachweis:
    Tilmann Birr Foto:Rolf Baumgartner

    Kaiser & Plain Foto: Sven Ihlenfeld
    Sebastian Kraemer Foto: David Olivieira



    2015-10-01 | Nr. 88 | Weitere Artikel von: Katrin Schielke





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