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    Von Spermien, Eizellen und Businessplänen

    Von Spermien, Eizellen und Businessplänen

    Mit Lästermaultaschen, einem Potenzsalat und dem Liebesakt zum Nachtisch hat die Drehleier auf das neue Programm der Lästerschwästern eingestimmt. „Poppst Du noch, oder zeugst Du schon“ entstand unter der Regie von Werner Winkler und lässt in wiederkehrenden Szenenfolgen der weiblichen Satirefreudigkeit freien Lauf. Bereits in ihrem ersten Programm „Männer bremsen anders“ hatten D’oro Thea Anzinger und Martina Wick-Laudahn den Homo automobilis vulgaris – besser bekannt als Autorambo – kritisch unter die Lupe genommen. Dieses Mal machen die Lästerschwestern dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Weit gefehlt aber, wer hier einen Rundumschlag gegen die Männerwelt erwartet. Wenn sich Spermium und Eizelle ganz in der Tradition von Woody Allens „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten“ unterhalten, bekommt man eher Mitleid mit dem heimatvertriebenen Hodenflüchtling, der so gar nicht bei der zickigen Gewinnerin des Eizellencastings landen kann. Aber auch die Männer mit ihren Stammtischideen kommen nicht groß zur Geltung, wenn sie versuchen, ihre „Soldaten“ über eBay an die Frau zu bringen oder eine Aufzuchtfarm für Babys zu initiieren. Der Businessplan der beiden dazugehörigen Frauen schließlich, die mit Design-a-Baby ins Fortpflanzungsmanagement einsteigen wollen, bedarf ebenfalls noch einiger Verbesserungen. Was zunächst wie einzelne Episoden beginnt, findet gegen Ende der Vorstellung immer mehr Querverweise, sodass doch ein stimmiges Gesamtbild herauskommt. Das Publikum wird immer wieder geschickt durch Interaktion mit einbezogen. Und wenn von Keimzellenparties nach dem Vorbild von Tupperware die Rede ist, verraten das Gelächter und die Betroffenheit, dass sich der eine oder die andere wiedererkennen. Und genau das macht eine gute Kabarett-Comedy aus.

    Redaktion: Gerti Windhuber

     
    2006-12-15 | Nr. 53 | Weitere Artikel von: Gerti Windhuber





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